{"id":113,"date":"2019-09-03T14:02:08","date_gmt":"2019-09-03T12:02:08","guid":{"rendered":"http:\/\/dgpp.de\/de\/?post_type=kbe_knowledgebase&#038;p=113"},"modified":"2019-09-03T14:02:08","modified_gmt":"2019-09-03T12:02:08","slug":"was-sind-evozierte-potentiale","status":"publish","type":"kbe_knowledgebase","link":"https:\/\/dgpp.de\/de\/wissen\/was-sind-evozierte-potentiale\/","title":{"rendered":"Was sind evozierte Potentiale?"},"content":{"rendered":"<p>Nach einem kurzen Schallreiz wird die elektrische Aktivit\u00e4t des H\u00f6rnerven und des Gehirns f\u00fcr eine gewisse Zeit ver\u00e4ndert. Die Spannungs\u00e4nderung kann an der Kopfhaut mit Elektroden gemessen werden, \u00e4hnlich wie die Herzstr\u00f6me beim EKG. Man spricht von der ERA, d.h. Elektrische Reaktionsaudiometrie, oder auch von AEP (&#8220;auditorisch evozierte Potentiale&#8221;).<\/p>\n<p>Je nach dem Zeitpunkt des Auftretens nach dem Schallreiz werden fr\u00fche, mittlere und sp\u00e4te Spannungsschwankungen (&#8220;Potentiale&#8221;) unterschieden. F\u00fcr H\u00f6runtersuchungen haben im wesentlichen nur die fr\u00fchen und selten die sp\u00e4ten Potentiale eine Bedeutung. Die Messung der fr\u00fchen Potentiale hei\u00dft abgek\u00fcrzt BERA, die der sp\u00e4ten CERA. Beide Verfahren sind insofern objektive H\u00f6rtests, als sie nicht auf die aktive Mitarbeit der untersuchten Person angewiesen sind. Die BERA kann auch im Schlaf oder in Narkose gemessen werden. Dies ist besonders g\u00fcnstig f\u00fcr die Untersuchung von S\u00e4uglingen und Kleinkindern, bei denen die Ergebnisse &#8220;normaler&#8221; subjektiver H\u00f6rtests vom individuellen Entwicklungsalter abh\u00e4ngen, das manchmal nicht genau gekannt ist. Die Gesamtuntersuchungszeit betr\u00e4gt etwa 45 Minuten. Die BERA und CERA ist f\u00fcr die untersuchte Person nicht schmerzhaft.<\/p>\n<p>Bei der ERA-Untersuchung werden Schallreize unterschiedlicher Lautst\u00e4rke \u00fcber einen Kopfh\u00f6rer vorgespielt. Die Spannungsschwankungen des Gehirns sind von der Lautst\u00e4rke des Schallreizes abh\u00e4ngig. Sie k\u00f6nnen bis nahe an die H\u00f6rschwelle gemessen werden, d.h. sie erlauben eine sehr sichere Absch\u00e4tzung der H\u00f6rschwelle. Allerdings: die Potentialschwelle ist nicht identisch der der H\u00f6rschwelle, jedoch: sie kommt ihr meistens sehr nahe! Und es gibt noch eine Schwierigkeit der ERA, gerade bei S\u00e4uglingen und Kleinkindern: Aus bestimmten methodischen Gr\u00fcnden kann aus fehlenden Potentialen aber nicht geschlossen werden, da\u00df das untersuchte Ohr &#8220;taub&#8221; ist! Die Interpretation der ERA bei Kindern sollte deshalb durch erfahrene Fach\u00e4rzte erfolgen.<\/p>\n<p>Meist wird die BERA mit Klickreizen durchgef\u00fchrt. Ein methodischer Nachteil der BERA mit Klickreizen ist die eingeschr\u00e4nkte Tonh\u00f6henspezifit\u00e4t, d.h. da\u00df das H\u00f6rverm\u00f6gen im wesentlichen nur &#8220;im Ganzen&#8221; abgesch\u00e4tzt werden kann. Mit der Verwendung von Tonreizen bei BERA oder CERA hingegen k\u00f6nnen die Potentiale tonh\u00f6henspezifisch untersucht werden; die BERA ist im Wachzustand, im Schlaf und in Narkose ableitbar, die CERA ist nur im Wachzustand ableitbar.<\/p>\n<p>Die CERA bietet den Vorteil, da\u00df auch h\u00f6here Funktionen des H\u00f6rverm\u00f6gens untersucht werden k\u00f6nnen, z.B. bestimmte Aspekte bei Sprachverst\u00e4ndnis- und Wahrnehmungsst\u00f6rungen. Diese Fragestellungen werden in spezialisierten Abteilungen f\u00fcr Phoniatrie und P\u00e4daudiologie beantwortet. Insgesamt haben die evozierten Potentiale bei der objektiven Untersuchung des H\u00f6rverm\u00f6gens und des Sprachverstehens einen so hohen Stellenwert, da\u00df sie in der Phoniatrie und P\u00e4daudiologie zur Routinediagnostik geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>(F. Rosanowski)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach einem kurzen Schallreiz wird die elektrische Aktivit\u00e4t des H\u00f6rnerven und des Gehirns f\u00fcr eine gewisse Zeit ver\u00e4ndert. 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